Was kommt in deine Bewerbungsmappe?

Was muss in eine Bewerbung? Diese Frage sollte sich jeder Bewerber stellen. Hierbei gibt es jedoch keine allgemein gültige Antwort! Bei der Erstellung der Bewerbung gilt es zwischen den Zeilen zu lesen. Fordert dein potentieller Arbeitgeber eine „Kurzbewerbung“, „vollständige Bewerbungsunterlagen“ oder „aussagekräftige Bewerbungsunterlagen“? Gerade die letzten beiden werden in der Praxis sehr häufig verwechselt.

Kurzbewerbung

Eine Kurzbewerbung sollte die Gesamtzahl von vier Seiten auf keinen Fall überschreiten. Wird nur eine solche Bewerbung gefordert, so ist ein Anschreiben, ein Lebenslauf und das wichtigste (Arbeits-)Zeugnis vollkommen ausreichend.

Vollständige Bewerbungsunterlagen

Wie der Name schon sagt, sollen vollständige Bewerbungsunterlagen neben dem standardmäßigen Anschreiben und Lebenslauf, sämtliche bewerbungsrelevanten Dokumente enthalten. Dies sind z. B. Zeugnisse (Schule, Hochschule, Ausbildung etc.) genauso wie Nachweise über vergangene Tätigkeiten (z.B. Praktikums- und Arbeitszeugnisse, Werkstudententätigkeiten) aber auch Zertifikate über relevante Skills (z. B. Englisch oder SAP-Kurse), welche man sich im Laufe seiner Laufbahn angeeignet hat. Eine vollständige Bewerbungsmappe kann also unter Umständen auch nach einer relativ kurzen beruflichen Laufbahn bereits sehr lang und unübersichtlich werden, weshalb dringend auf die Reihenfolge geachtet werden sollte. Diese Unübersichtlichkeit ist wohl auch ein Grund weshalb viele Arbeitgeber dazu übergegangen sind um „aussagekräftige Bewerbungsunterlagen“ zu bitten.

Aussagekräftige Bewerbungsunterlagen

Aussagekräftige Bewerbungsunterlagen sind ein Zwitter aus den beiden oben genannten Varianten. Sie sollen zum einen möglichst übersichtlich und kompakt gehalten werden aber dennoch alle wichtigen Informationen enthalten. Hier sollte weniger ist mehr die Devise sein. Natürlich beginnt der Bewerber auch hier mit einem Anschreiben und Lebenslauf. Genau überlegen sollte sich der Bewerber, welche Dokumente wirklich für die angestrebte Position wichtig sind. Das Übertrittszeugnis aus der 4. Klasse? Wohl eher nicht! Das Abiturzeugnis? Nur wenn es tatsächlich der höchste und letzte Abschluss ist. Eine Allgemeingültige Liste der hier anzufügenden Dokumente gibt es natürlich nicht, dennoch kann man mit einer guten Vorbereitung sehr leicht eine passende Bewerbung erstellen.
Es gilt also zunächst herauszufinden worum es bei der zu besetzenden Position geht und was die verschiedenen Anforderungen sind: Handelt es sich beispielsweise um eine Anstellung im IT-Bereich? So ist ein Zertifikat über eine besuchte C++-Schulung durchaus relevant, bei einer Position als Controller ist dies jedoch weniger von Belang. Steht in dem Stellenangebot „verhandlungssichere Englischkenntnisse vorausgesetzt“ oder handelt es sich um ein weltweit tätiges Unternehmen so ist ein Zertifikat über einen besuchten Businessenglischkurs sehr wohl interessant, handelt es sich um einen mittelständischen Betrieb welcher nur regional tätig ist, eher weniger.
Das Prinzip ist also ganz simpel:
Was möchte das Unternehmen? Was kann ich dem Unternehmen bieten?
Es geht darum dem Empfänger der Bewerbung sämtliche relevante Informationen auf einen Blick zu bieten. Noch vorhandene Dokumente und Unterlagen, welche es nicht in die Bewerbung geschafft haben, können natürlich in das Vorstellungsgespräch mitgenommen werden, in diesem Fall hat man zudem einen Eisbrecher zur Gesprächseröffnung.

Martin UngerWas muss in eine Bewerbung?